Die Rauhnächte - 

Wiederentdeckung eines Rituals

In welcher Zeit liegen die Rauhnächte?

Wie kann man diese Tage bewusst begehen? 

Was ist über diese Zeit überliefert?

 

Die Rauhnächte beschreiben die Zeit zwischen der Wintersonnwende am 21./22. Dezember und dem 6. Januar. "Nacht" anstelle von "Tag", weil es die dunkelste Zeit des Jahres beschreibt beziehungsweise in dieser Jahreszeit die Jahresnacht liegt. 

Die Zuordnung im Kalender wird verschieden angegeben: Einmal beginnen die Rauhnächte mit der sogenannten Mutternacht - also um 24 Uhr in der Nacht von 24. auf 25. Dezember. Andernorts wiederum zählt als Rauhnacht die Wintersonnwende, also 21./22. Dezember, dazu. So mag es verwirrend klingen, wieso dann die Rede ist von den 12 beziehungsweise manchmal auch von den 13 Rauhnächten. 

Jede Rauhnacht hat ihre eigene Qualität... und sie kann gefühlt auch länger dauern, als die 24 Stunden von einer Mitternacht zur nächsten. 


21./22.12. - Wintersonnwende - Thomasnacht - Thema Reinigung

1) 

25.12. - Mutternacht

von 0.00 bis 24.00 Uhr

Thema: Wurzeln

2) 

26.12.

von 0.00 bis 24.00 Uhr

Innere Führung

3) 

27.12.

von 0.00 bis 24.00 Uhr

Herzöffnung

4) 

28.12.

von 0.00 bis 24.00 Uhr

Transformation

5) 

29.12.

von 0.00 bis 24.00 Uhr

Freundschaft+Selbstliebe

6) 

30.12.

von 0.00 bis 24.00 Uhr

Bereinigung

7) 

31.12.

von 0.00 bis 24.00 Uhr

Vorbereitung aufs Neue

8) 

1.1.- Sylvester

von 0.00 bis 24.00 Uhr

Neubeginn

9) 

2.1.

von 0.00 bis 24.00 Uhr

Segen+Innere Mitte

10) 

3.1.

von 0.00 bis 24.00 Uhr

Visionen

11) 

4.1.

von 0.00 bis 24.00 Uhr

Loslassen+Abschied

12) 

5.1. - Perchtennacht

von 0.00 bis 24.00 Uhr

Gnade+Wunder


6.1. Heilig Drei Könige/Epiphania - Thema Bereinigung - Die Rauhnächte sind vorüber!


Empfehlenswert zur Vorbereitung auf diese besonderen Tage ist es

  • auszumisten und gründlich zu reinigen,
  • offene Posten zu begleichen,
  • Geliehenes zurückzugeben,
  • die Ablage zu erledigen,
  • Angelegenheiten zu klären,
  • eine Art Tagebuch, Kerzen und Räucherwerk zu besorgen,
  • 13 Zettelchen mit je einem Herzenswunsch anzufertigen (falten und in einem Gefäß sammeln).


Empfehlenswert während der Rauhnächte ist es

  • zu Räuchern,
  • auf Träume zu achten und aufzuschreiben,
  • eine Dankbarkeitsliste zu schreiben,
  • Ordnung zu halten,
  • zu meditieren, erhebende Bücher zu lesen, nach innen zu schauen,
  • Tagebuch zu führen, auch, indem man sich mit der jeweiligen Tagesqualität auseinandersetzt, 
  • zu Orakeln, z.B. eine Karte ziehen (die erste Rauhnacht steht für Januar, die zweite für Februar, usw.),
  • in jeder der Nächte achtsam einen der gefalteten Herzenswunsch-Zettelchen zu verbrennen; (Ein Wunsch bleibt letztlich übrig; um den darf man sich selbst kümmern - die anderen Wünsche übernimmt die Geistige Welt.)

 

Sollten Sie über ein Thema stolpern, mit dem Sie alleine nicht zurecht kommen, können sie, gerade auch während der Rauhnächte, gerne mit mir einen Termin vereinbaren. Ich arbeite auch telefonisch! Kontakt


Was ist überliefert?

Der Begriff Rauhnacht stammt wohl einerseits ab vom Wort rauh (wild), von Rauch oder Räuchern („Rauchnächte“) und vom mittelhochdeutschen Wort rûch (haarig, pelzig) – damit ist das Aussehen der Dämonen gemeint, die zu dieser Zeit ihr Unwesen treiben. Sie haben ihre Wurzeln in der germanischen und keltischen Tradition und rühren aus der Differenz der Tage im Sonnenjahr (365 Tage) und dem Mondjahr (354 Tage). Um diese Differenz auszugleichen, fügten die Kelten 11 Schalttage (und damit 12 Nächte) ein, die quasi „nicht existent“ sind und in denen die Gesetze der Natur außer Kraft gesetzt sind und die Tore zur „anderen Welt“ weit offen stehen.

Frau Holle ist Schutzpatronin dieser TageSie hat überlebt - im Märchen. Ursprünglich ist sie eine germanische Erd- und Himmelsgöttin, weise Frau und allgegenwärtige Muttergöttin. Als Himmelskönigin regiert sie über die Elemente, das Wetter, die Jahreszeiten. Sie mag es nicht, wenn jemand faul oder unnütz in den Tag hinein lebt, sie ist sehr streng und achtet darauf, dass jeder seiner Bestimmung gemäß lebt und sich entwickelt. Sie wirkt hier wie eine Richterin über Gut und Böse und wie die Hüterin über die Anlagen der Menschen: Dass Talente genutzt werden und schlechte Angewohnheiten möglichst abgelegt. Deshalb ist es in der Zeit der Rauhnächte besonders wichtig, alles in der Wohnung und an sich selbst ins Reine zu bringen - auch und vor allem im Herzen!

Tiere im Stall sollen um Mitternacht mancher Rauhnächte die menschliche Sprache sprechen und über die Zukunft erzählen – wer die Tiere allerdings sprechen höre, sterbe unmittelbar danach. Die Tiere dürfen sich bei einem Hausgeist über ihren Herrn beschweren: Hat er sie im letzten Jahr schlecht behandelt, wird er bestraft. 

Nach alten Überlieferungen sollen die finsteren Mächte an diesen Tagen sehr mächtig sein, Seelen wiederkehren, Geister erscheinen, Dämonen Haus und Hof übernehmen. Daher wurde in diesen Tagen ausgiebig geräuchert. Auch nutzte man die Zeit für die Familie, zum Feiern und zum Orakeln. Die meisten Arbeiten waren in dieser Zeit untersagt, wie z.B. das Wäsche waschen und aufhängen: Weil Frau Holle während der Rauhnächte in wildem Ritt zusammen mit Odin durch die Lande jagt, könnte sich dabei leicht ein Wäschestück verfangen, aus dem dann im Folgejahr ein Leichentuch für dessen Besitzer würde… 

In traditionellen Gesellschaften trägt man Masken, die exakt den visionär geschauten Geistern entsprechen. So gibt es mancherorts noch immer Perchtenumzüge zur Rauhnachtzeit. Die Geister kommen vom "Jenseits", von außerhalb der gesitteten, normalen Gesellschaft. Sie kommen aus dem Wald und der Wildnis, aus den Bergen, Seen und Sümpfen, auch analog zu verstehen als Seelenbilder. Auch Verstorbene sind dabei. Und wilde Tiere. Auch diese werden in den Umzügen dargestellt. Es ist eine starke ungezügelte Naturenergie, die sie mitbringen. Wolf-Dieter Storl schreibt: "Eine Energie, die ausgelassen, geil und fruchtbar macht, aber auch genauso leicht das Gleichgewicht stört und krank machen kann. Die Geister bringen kreatives Chaos, aus welchem - so oder so - Neues entstehen kann."

 

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